Geht der Teppich bei Nassextraktion ein?
Bei modernen Teppichböden ist Schrumpfung ausgeschlossen. Bei alten Orientteppichen oder Wollteppichen prüfen wir vorher und empfehlen bei Zweifel Trockenreinigung. Der Unterschied liegt im Rücken des Teppichs: Heutige Objektteppiche haben einen synthetischen Rücken oder eine Filzschicht, die kein Wasser aufnimmt und sich deshalb auch nicht zusammenzieht. Ältere Ware wurde auf Jute gewebt, und Jute quillt beim Nasswerden auf und schrumpft beim Trocknen — daher stammt der schlechte Ruf des Verfahrens. Bei Wolle kommt hinzu, dass sie empfindlich auf stark alkalische Reiniger und auf Hitze reagiert. Wir sehen uns den Rücken deshalb vor der Reinigung an, wenn irgend möglich an einer Kante oder unter einem Möbelstück, und entscheiden danach.
Werden Flecken komplett entfernt?
Frische Flecken meist vollständig, alte oder mit Reinigern vorbehandelte sind schwierig. Wir testen zuerst an unauffälliger Stelle und sagen ehrlich, was realistisch ist. Der Grund für die Einschränkung: Ein Fleck ist entweder Auflagerung oder Verfärbung. Auflagerungen lassen sich lösen und absaugen. Verfärbungen sind chemische Veränderungen der Faser — Rotwein, Kaffee, Blut, Desinfektionsmittel und vor allem Bleichmittel zerstören den Farbstoff, und was zerstört ist, kommt nicht zurück. Auch gut gemeinte Hausmittel machen es oft schlimmer, weil sie den Fleck in die Faser einarbeiten oder einen Rand hinterlassen, der später sichtbarer ist als der Fleck selbst. Der beste Zeitpunkt ist immer sofort: aufnehmen, nicht reiben, mit klarem Wasser nacharbeiten und uns anrufen.
Muss das Büro leer geräumt werden?
Leichte Stühle und Rollcontainer rücken wir selbst. Schwere Schränke und Archive stehen lassen, wir reinigen drumherum. Was Sie tun sollten: Papierkörbe leeren, Kabel vom Boden nehmen und alles wegräumen, was nicht nass werden darf — Kartons, Aktenordner am Boden, Steckdosenleisten. Ein Teppich braucht nach der Extraktion je nach Raumklima mehrere Stunden zum Trocknen, und in dieser Zeit sollte nicht darauf gearbeitet werden. Möbel mit Metallgleitern oder unbehandelten Holzfüßen stellen wir auf Unterlagen, weil sie sonst Rostränder oder Verfärbungen im feuchten Flor hinterlassen. Am einfachsten wird es, wenn wir freitagnachmittags anfangen: Dann ist der Boden am Montag durchgetrocknet und der Betrieb hat gar nicht erst pausiert.
Wie oft sollte man Teppichboden reinigen lassen?
In stark frequentierten Büros ein- bis zweimal pro Jahr. Eingangsbereiche und Treppenaufgänge häufiger. In Empfangs- und Wartebereichen nach Beanspruchung. Wichtiger als das Intervall ist allerdings, was zwischen den Reinigungen passiert: Regelmäßiges Saugen entfernt den trockenen Schmutz, bevor er unter Tritt in die Faser eingearbeitet wird. Genau dieser eingetretene Sand wirkt wie Schmirgel und schneidet die Faserspitzen an — der Teppich wird an den Laufwegen nicht nur schmutzig, sondern dauerhaft stumpf und dunkel. Sauberlaufzonen im Eingang sind deshalb die günstigste Maßnahme überhaupt: Drei bis fünf Meter Mattenlänge nehmen den größten Teil des Schmutzes auf, bevor er ins Gebäude gelangt, und verlängern die Standzeit des gesamten Bodens spürbar.